Geschichte .

Eine urkundliche Erwähnung des Orts "Angelgise" im Jahre 775 im Breviarium Sancti Lulli des Kloster Hersfeld unterscheidet nicht zwischen den ab dem 13. Jahrhundert zunehmend getrennt beurkundeten Dörfern Großenenglis (erstmals 1255) und Kleinenglis (erstmals 1240). Beide Dörfer waren im 13. Jahrhundert weitgehend im Besitz der Herren von Borken, wohl als Lehnsmannen der Grafen von Ziegenhain, die ihre dortigen Rechte wiederum von der Abtei Hersfeld zu Lehen hielten. Spätestens zu Anfang des 14. Jahrhunderts ging die Hersfelder Lehnsherrschaft von den Ziegenhainer Grafen auf die Landgrafen von Hessen über. Die Herren von Borken verloren erst 1470 ihre letzten Besitzrechte in Großenenglis, wo die Herren von Löwenstein allmählich ihre Nachfolge als größte Grundbesitzer angetreten hatten. Aber auch verschiedene Klöster hatten Besitz und Einkommensrechte in Englis, so Hasungen, Spieskappel, Haina und das Petersstift in Fritzlar.

Ein örtliches Ereignis von geschichtlicher Bedeutung war die vernichtende Niederlage, im Mainzisch-Hessischen Krieg von 1427, der vom Grafen Gottfried von Leiningen geführten Truppen des Mainzer Erzbischofs Konrad III. von Dhaun am 23. Juli 1427 gegen die des hessischen Landgrafen Ludwig I., mit der Kurmainz den Kampf um die territoriale Vorherrschaft in Nordhessen endgültig verlor. Diese Entscheidungsschlacht in einem jahrhundertelangen Ringen fand nördlich von Großenenglis statt, zwischen der Kalbsburg und dem heute wüsten Dorf Holzheim bei Fritzlar. Mainz musste danach nahezu alle seine Besitzungen in Nieder- und Mittelhessen von Hessen zu Lehen nehmen.

Im Jahre 1585 wurden in Großenenglis 81 Haushalte gezählt. 1639, in Folge der Verwüstungen des Dreißigjährigen Kriegs, waren es nur noch 14 verehelichte Männer und drei Witwen, mit insgesamt drei Pferden und zwei Kühen. Noch fast hundert Jahre nach dem Ende des Kriegs, im Jahre 1747, lag die Zahl der Haushalte mit insgesamt 52 weit unter der von 1585. 1835 wurden 90 Haushalte mit 626 evangelischen, 15 jüdischen und einem katholischen Einwohner gezählt.

Am 18. September 1936 nahm Reichskanzler Adolf Hitler bei Großenenglis eine Miltärparade des 9. Armeekorps der Wehrmacht vor 50.000 Zuschauern ab; es war die größte deutsche Militärparade nach dem ersten Weltkrieg und Abschluss einer umfangreichen zweitägigen Gefechtsübung.

Der südliche Ortsteil (34 Wohnhäuser) musste 1951 dem Braunkohlenbergbau „Altenburg II“ weichen, ein neues Siedlungsgebiet im Oberdorf entstand.

Quelle:wikipedia

Siedlung Eschbach

Lage:

Die Schäferei Eschbach war ein ehemaliger landwirtschaftlich genutzter Gebäudekomplex am Waldrand zwischen Großenengliser Interessentenwald und Fritzlarer Stadtwald, Gemarkung Großenenglis. Benannt ist sie nach dem in unmittelbarer Nähe fließenden Bächlein gleichen Namens.

Grundstück, Gebäude und dazugehörige Flächen gehörten ursprünglich zum Großenengliser Rittergut, wechselten dann 1917 als Vorwerk zur Kalbsburg.

Geschichte:

Burghardt von Wildungen, Amtmann von Borken und Besitzer der Kalbsburg, bekam vom Landgrafen von Hessen, Phillip dem Großmütigen, im Jahre 1525 "100 Acker Gehöltz beym Eschbach" übereignet, dazu noch das damit verbundene Jagdrecht. Obwohl es sich hierbei um die erste offizielle Erwähnung handelt, dürfte es sich bei dem Gelände doch schon um einen frühgeschichtlichen Siedlungsplatz gehandelt haben.

Zu einem nicht nachweisbaren Zeitpunkt wechselten die Besitzverhältnisse und das Rittergut in Großenenglis übernahm die Ländereien. Wegen der nur mäßig guten Bodenqualität entschloss sich der damalige Eigentümer, Ökonomierat Friedrich Neutze, 1890 zur Weidebewirtschaftung und damit zur Errichtung einer Hühnerfarm, einer Obstplantage sowie einer Obst- und Waldbaumschule. Zusätzlich ließ er dort ein Wohnhaus und ein Gebäude zur Obslagerung bauen.

Nicht ohne wirtschaftlichen Eigennutz: Hühnerfarm und Obstplantage versorgten nun den stets steigenden Bedarf an frischen Eiern und Obst in der unweit gelegenen, aufstrebenden Kurstadt Bad Wildungen. Zwei mal pro Woche lieferte ein Pritschenwagen die benötigen Güter (Eier, Fleisch, Milch und Obst) in die Metropole.

Neutze verkaufte im Jahre 1917 das gesamte Anwesen an Adolf Schwenger, den damaligen Eigentümer des Rittergutes Kalbsburg. Von nun an blieb die Eschbach ein fester Bestandteil der Kalbsburg.

Paul Hoppstaedter, seit 1930 Herr über das Rittergut, ließ auf dem Gelände der Eschbach im gleichen Jahr ein weiteres Gebäude, einen Schafstall, errichten, zumal sich die umliegenden Flächen ideal zur Schafzucht eigneten. Der Bestand stieg stetig, schließlich wurden mehr als 500 Tiere gehalten. Schaffelle und Schafwolle hatten besonders während des Zweiten Weltkrieges eine enorme Bedeutung als "kriegsnotwendige Stoffe" und ihr Fleisch trug außerdem zur Versorgung der ansässigen Bevölkerung bei.

Die Zuchterfolge des dortigen Schäfermeisters Peter Z. waren weit über die heimatlichen Grenzen bekannt, bis nach unerfreulichen Ereignissen (Schafseuche) der Bestand der Tiere erheblich reduziert wurde. So verließ er seine insgesamt 30-jährige Wirkungsstätte im Sommer 1969 und verzog nach Mandern.

Sämtliche Gebäude des Grundbesitzes Eschbach wurden im Herbst gleichen Jahres abgerissen und entsorgt, das übrige Gelände durch eine Planierraupe eingeebnet. Lediglich die Flurbezeichnung weist noch heute auf die "Eschbach" hin.

Eschbach

Anzumerken ist, dass Kinder von Einwohnern der Eschbach die Schule der Nachbargemeinde Kleinenglis besuchten, während für den Nachwuchs der Kalbsburg die Bildungseinrichtung in Großenenglis zuständig war.

Unzähligen Besuchern aus Nah und Fern bleiben Gebäude und Flächen der Eschbach bis heute als beliebtes Wanderziel der 50-er und 60-er Jahre in Erinnerung. Besonders in den Sommermonaten und an Feiertagen hielten sich zahlreiche Bewohner umliegender Orte mit ihren Gästen dort gern auf. Hier konnte man zu bürgerlichen Preisen bei Bier und Bockwurst in geselliger Runde schöne Stunden verbringen.

Der Ort ist heute bei den meisten Jugendlichen und Zugezogenen Bürgern unbekannt.